Heute ist Kreuzberg Slam!

17/09/2009

Ankündigung , 2 Kommentare

Wer wird der nächste Träger des großen Ehrenmegaphon am roten Bande? Zwölf Slammer haben die Chance.

Darunter:

  • Nico Semsrott
  • Jan Koch
  • Daniel Hoth
  • Jacinta Nandi
  • Till Reiners
  • und du! Anmeldungen zum Mitmachen bis 20.15 Uhr an der Abendkasse.

Es moderieren Marc-Uwe Kling und Kolja Reichert.

  1. Oktober Einlass 19.30, Beginn 20:30 Uhr. Im Lido.

Kommen Sie zu gegebener Zeit.

2 Kommentare


#1 Theobald Tiger meint:

07. Oktober 2009 15:53

Ehrwürdige Halle im Berliner Westen Blick zur blauen Spree Hier wird große Kunst gemacht Hier wird nicht nur gestaunt. Nein. Hier wird miterlebt. Hier, genau hier, stellt sich die Frage: Wer ist größer, der Dichter oder das Publikum?

Hochverehrtes Publikum

Alte Halle im frischen Monat. An der Schlesischen Straße Ecke Cuvrystraße wächst langsam eine Schlange vor sich hin. Etwa gegen halb neun versteckt sie sich allmählich im Lido. Hauptsächlich besteht sie aus studierenden Mittezwanzigern, „Menschen ohne Geldprobleme“ aus und um Berlin, Touristen und aufstrebende Kulturbestimmer. HIER wird keine GROßE Kunst gemacht HIER ist niemand so groß, wie der Irrtum es handelt sich um bedeutende Kultur. HIER wird auf Gedichte und Texte eingeprügelt bis sie lachen und das Publikum feiert sich selbst! Laut lachend, klatschend und schreiend stellt es Quatsch und Schund auf ein Podest und begräbt schweigend oder mumelnd gute Texte. Inflation! Oh welch große Tugenden werden hier erneuert. Inhaltlose Unterhaltung, Humor auf Kosten anderer und schamlose Ignoranz.

Dieses allmonatliche Ritual stellt ein trauriges Schauspiel dar. Es mag sein, dass anderenorts die wahren Grundprinzipien * – Sprich frei Schnauze! Denke vorher nach! Übe deine Fähigkeiten! Habe etwas zu sagen! – gehütet werden. Hier jedenfalls nicht. Hier wurden sie für das Publikum verkauft. „Jeder Direktor mit dicken Popo, spricht: Das Publikum will es so!“ Ja das Publikum- Nun stellen wir mal laut einige Fragen. Was will der vermeintliche Lebenspoet auf der Bühne? Was wollen die Veranstalter? Was will dieses Publikum? Diese Fragen stellen wir um herauszufinden wie diese lokale Version eines sehr wertvollen fast globalen Formates, zu einem mehr oder weniger niveaulosen, zur reinen Unterhaltung verdammten Abendprogramm geworden ist. Dafür untersuchen wir schemenhaft die Motive, da bekannter Weise fast alle Menschen (außer Beamte) dazu neigen, selten etwas ohne Grund und Sinn zu tun. Werfen wir erst einen Blick auf das Jurazeitalter. Poetry Slam. Ein Wettbewerb zwischen Poeten, die gut sprechen oder schreiben und in jedem Fall etwas zu sagen haben. Dieser Wettbewerb bekommt eine Bühne und ein Publikum. *"Dein Text. Deine Bühne. Deine fünf Minuten." Alle dürfen. Jeder kann sich am Publikum testen, frei reden und sich gegen andere behaupten. Die Selektion betreibt das Publikum, welches nach Kreativität, Inhalt, Fähigkeit und Präsentation entscheidet. Am Ende steht der Beste. Ihm eröffnen sich nach vielen Slams immer mehr Türen, die er wählen oder zuschlagen kann. Der Poet hat endlich Raum sich zu entwickeln.

Nun zur Gegenwart. Einige geistreiche und durchaus Mutige Menschen, ihres Zeichens „Alt-Slamer“ betreiben nun die lokale Filiale „Kreuzbergslam“. Schnell wurde der Slam bekannt und zog immer mehr Menschen in das kleine Kato (heute im Lido). Was wollen diese Menschen? Wozu opfern sie 5€ und einen ganzen Abend? Die Antwort auf diese Frage scheint der Stein der Weisen zu sein. Sie wollen ein wenig Kunst im Leben? Gut möglich. Sie genießen neue Gedanken und sind unter Umständen von den Texten ergriffen? Das währe gut! Sie wollen unterhalten werden, legen keinen Wert auf Dinge über die sie nicht lachen können und umgeben sich in einem falschen heuchlerischen Schein von Kunst und Kultur? Das trifft leider auf zu viele zu. Stumpfe Unterhaltung wie sie man von allen Seiten der Medienlandschaft gewöhnt ist, hielten auch hier Einzug. Nur glänzt sie hier klüger. Große Lachnummern und schwache Texte häufen sich und senken das Niveau. Wir wollen dennoch nicht jedes Haar stur und blind einfach rausreißen. Denn es gibt sie noch, die Klugen, die Denkenden, die Fühlenden, und auch jene mit fast beängstigend gutem Gefühl für Humor, der nicht immer zum Lachen ist, aber immer genau zielt und trifft.

Also liebe Poeten ** -SEID MUTIG! ** Liebe Veranstalter ** -HELFT IHNEN!** Liebes Publikum -HÖRT GENAU HIN!

Und Diejenigen, die niemals richtig zuhören wollen und nichts zu sagen haben – HALTET DEN SCHNABEL UND MACHT PLATZ!*

#2 Blablabla meint:

11. Oktober 2009 13:05

Blablabla

Ist die o2-Arena hässlich oder schön?